Camino Frances
Der Weg ist das Ziel
Private Reiseberichte
www.womo-reisen.net
noch 8.6.2010
Nachdem der Camino del Norte in Santiago nun sein gutes Ende gefunden hat, verlassen wir kurz vor 14 Uhr diese faszinierende Pilgerstadt.
Wir versuchen, wenn möglich, direkt am Camino Frances unseren Weg Richtung Osten zu fahren um den Camino zu erleben und zu fühlen.
Es geht erst nach Südosten Richtung Orense und dann nach Osten. Wir wollen uns einige wichtige Stationen des Camino Frances ansehen bevor wir wieder nach Hause müssen. Die Richtung stimmt ja schon.
Durch die Gargantas del Sil, ein schmales Hochtal, kurbeln wir wieder mal auf über 927 Höhenmeter hoch und das bei 10 Grad.

Da immer wieder Regen aufkommt gibt es in dieser Höhe auch viel Nebel und die wunderschöne Aussicht können wir nur begrenzt genießen und schon gar nicht fotografieren.

Gerhard muss sich wieder an das lange und kurvenreiche Fahren gewöhnen. Da hilft aber kein Jammern, denn er ist sehr froh, dass ich wieder mit ihm unterwegs bin.

Hier unten nun die Strecke die wir am Camino Frances sozusagen retour fahren werden.
Um 19,30 Uhr kommen wir an den Ufern des Rio Bibei (Übernachtungsplatz) bei 16 Grad an. Es ist sehr ruhig und wir sind ganz alleine, weit und breit keine Menschenseele, nur hoch über uns fahren auf der kurvigen Straße einige Autos, die wir aber nicht hören.
Hoffentlich bessert sich morgen das Wetter, zur Zeit regnet es nicht mehr, ist aber bewölkt.

9.6.2010

Am Morgen sieht das Wetter noch recht gut aus und so waschen wir ein wenig Wäsche. Kaum sind wir fertig, zieht der Himmel wieder zu und es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Markise aufzuspannen und die Wäsche unter das Segel zu hängen. Von trocken werden kann da auch über Nacht, bei ununterbrochenem Regen, keine Rede sein.

So verschlafen wir fast den ganzen Tag und erholen uns etwas von den anstrengenden letzten Reisetagen.
10.6.2010
Wasser haben wir nun ja genug, besonders von oben.
Und so brechen wir das Lager mit nassem Vordach ab und versuchen wieder einmal zu fliehen.

Bis zur Templerburg - Castillo de Ponferrada - aus dem
12. Jahrhundert, in Ponferrada, eine sehenswerte Anlage, scheint uns die Flucht vor dem Regen zu gelingen und wir besichtigen die wunderbar restaurierte Burg im Trockenen.

In die Burg wurde ein Kongresszentrum mit Hotel recht passend integriert.

Der Eintrittspreis hat sich jedenfalls gelohnt. Der Rundweg, teilweise auf den alten Mauern, bietet einen tollen Ausblick in die Umgebung und in der Anlage finden immer noch Ausgrabungen statt.
Weiter fahren wir nun nach Astorga, besichtigen hier den Bischofspalast, erbaut von Antonio Gaudi, bewundern auch den Baustil der Kathedrale, die leider wieder mal geschlossen ist.


Dann kaufen wir um teures Geld die angeblich so berühmten leckeren Astorga-Küchlein die so gerne zum Kaffee gegessen werden. Daheim haben wir dann erst ausgepackt und mussten feststellen, dass diese Küchlein einfacherer trockener Bisquit sind.
Das können wir selber besser und vor allem billiger !!


Aber man lernt eben nie aus und vor allem immer was dazu.
Nun zieht es uns so gegen 15 Uhr wieder weiter an unseren nächsten Übernachtungsplatz. Im “WOMO-Schulz” finden wir den Ort
Hospital de Orbigo, wo wir bei der alten Römerbrücke ein Plätzchen finden wollen. Leider gibt es derzeit hier eine einzige große Baustelle und das Stehen mit dem WOMO ist auch nicht mehr erlaubt.

Der angrenzende Campingplatzbetreiber hat auch hier anscheinend auf die Stadtväter eingewirkt.

Wir fahren in die angrenzenden Agrarbereiche auf holprigen Pisten und stellen uns etwas entnervt ob des wieder einsetzenden Regens einfach an den Straßenrand.

Es ist hier praktisch kein Verkehr, wir sind niemandem im Wege und am nächsten Morgen geht es früh weiter zum nächsten Besichtigungspunkt, nach Leon.
11.6.2010

Leon ist eine Großstadt mit allen ihren Nachteilen.
In der Innenstadt ist es praktisch unmöglich mit einen WOMO einen Parkplatz zu bekommen. So bleibt es uns nicht erspart an den Stadtrand in eine Wohnanlage zu fahren um dort zu parken.

Bis in das historische Zentrum sind es nun 1,7 km, die unsere Navigatorin alleine und zu Fuß wieder hinein läuft, um die Schönheiten der historischen Bauten zu erleben.

Der romanische Kirchenbau San Isidoro aus den 11 Jhdt. besticht in seiner Einfachheit, durch die großen Säulen und die schönen Kreuzgewölbe.

Auffällig sind in Leon die lebensgroßen Bronzefiguren, die in den Fußgängerzonen aufgestellt sind.
Um die vielen Eindrücke zu verarbeiten bleiben wir in dem fast unbewohnten winzigen Dorf Quintanilla de la Cueza neben einem alten Kirchturm und dem Friedhof stehen um hier eine ruhige Nacht zu verbringen.



Auf dem Weg hierher bewundern wir ein Pilgerdenkmal in
Masilla de las Mulas.
12.6.2010

Immer entlang des Camino kommen wir durch
Carrion de los Condes und besichtigen das ehemalige Benediktinerkloster San Zoilo.

Wir kommen am Parkplatz mit einer vorbei gehenden deutschen Pilgerin ins Gespräch. Sie ist nun schon seit den Pyrenäen unterwegs, hatte dort schönes Wetter und nun seit zwei Wochen nur noch Regen. Regenkleidung musste sie erst hier in Spanien kaufen, damit war sie vorher nicht ausgerüstet.
12.6.2010

Burgos - die Stadt des El Cid.
Auch hier stellen wir fest, dass in der Altstadt für unser WOMO kein Platz ist. Nach einer Stadtrundfahrt parken wir beim alten Bahnhof. Von hier laufen wir dann ungefähr einen Kilometer zur Kathedrale von Burgos.
Als Begrüßung sehen wir das mit Statuen geschmückte Stadttor
Arco de Santa Maria.

Die Kathedrale, ein riesiges gotische Bauwerk, überrascht uns hier mit seiner filigranen Architektur.

Der gut durchdachte Weg durch die Kathedrale, mit einem kleinen deutschsprachigen Folder in der Hand, berechtigt den Eintrittspreis von 5 € pro Nase.
Die vielen, in den Nebenkapellen zu sehenden vergoldeten Altarbilder sind so wunderschön gearbeitet, dass uns manchmal regelrecht der Mund offen bleibt.
Auch die vielen detailierten Darstellungen biblischer Szenen in Stein gehauen sind bewundernswert.
Die Kuppeln sehen aus wie gehäkelte Spitze.
Um die Eindrücke des Besuches der Kathedrale Burgos zu verarbeiten, fahren wir schweigend weiter Richtung Osten.

Die Hochebene wechselt in eine hügelige Landschaft mit  vielen Getreidefeldern.

Die vielen verschiedenen Kirchenbauten, die wir an unserem Weg sehen, haben anscheinend noch maurischen Einschlag.

Wir streifen das Rioja Gebiet, das merken wir an den vielen Weingärten.

Die Getreidefelder werden auch hier oft zwischen Felsen angebaut.
In Irache finden wir neben dem Kloster einen schönen SP zum Übernachten. Nach der Besichtigung des Klosters, sehen wir uns auch das Weinmuseum der Bodega Irache an.

Natürlich kommen wir ohne flüssige Mitbringsel hier nicht heraus.


ABER: Das Beste (WOMO-Schulz sei Dank), finden wir an der Rückseite des Weinmuseums. Einen Brunnen für Pilger, der Wasser und köstlichen Rotwein spendet. Das muss natürlich verkostet werden.
13.6.2010

Heute, nach sechs Tagen mit ständiger Bewölkung und viel Regen, begrüßt uns eine schöne Morgensonne.

Wir stellen uns gerade die Frage, ob wir durch die bewölkten Pyrenäen fahren oder südlich davon bleiben wollen.

Auf einem sonnigen Autobahnparkplatz, der auch gut als Übernachtungsplatz dienen kann, machen wir Kaffeepause und aktualisieren unsere HP.

Bald fahren wir weiter. Unsere Köpfe sind voll ob der vielen Eindrücke, die wir während unserer bisherigen Reise erlebt haben, und so lassen wir Pamplona links liegen und verlassen so den Camino Frances nun doch wieder bei stark bewölktem Himmel.




Entlang des Stausees Embalse de Yesa kurven wir nun doch Richtung Pyrenäen.

Schon von weitem sehen wir die Wolkenverhangenen Berge.
Hoffentlich fahren wir nicht in ein Gewitter hinein.





Nun fahren wir anscheinend doch in ein Unwetter hinein.


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