Sizilien on Tour 2012
Sizilien Rundreise
Donnerstag 9.2.2012
Nach den letzen Arbeiten, wie dem Wegräumen des Hundezaunes und einem guten Frühstück mit frischem Gebäck, fahren wir noch rasch nach Santa Croce zum Einkaufen auf den Wochenmarkt. Nach unserer Rückkehr ins Camp erledigen wir noch mal V/E und verabschieden uns von unseren zurückbleibenden Freunden. So manche kleine Träne wird zerdrückt.
Nachdem es für eine Gasfüllung zu spät ist, begeben wir uns gleich “On The Road” für unsere Rundreise.

Erster Stop ist beim Castello Falconara.
Beim Castello Falconara machen wir Mittagspause mit anschließendem Rundgang durch den schön gepflegten Schlosspark. Hier wachsen als Wegeinfassung wunderschön blühende Rosmarinsträucher.
Vorbei an den “Valle dei Templi” bei Agrigento, das wir schon mal besichtigt haben, düsen wir weiter.
Mehr Fotos von Agrigento gibt es hier von unserem Besuch auf Sizilien 2009.

Um 15.15 Uhr erreichen wir den Archäologischen Park von Eraclea Minoa. Morgen wollen wir die Ausgrabungen besichtigen und nochmals über Nacht bleiben. Außerdem regnet es noch und morgen soll es wieder trocken werden.
Hier der Blick von unserem 60m hohen Stellplatz auf die Badebucht von Cattolica Eraclea
Unsere Prinzessin “Luna” in den ausgewaschenen Kalksteinformationen.
Freitag 10.2.2012
Der heutige Morgen begrüßt uns wieder mal mit kräftigem Regen. Wir befürchten schon, dass die Besichtigungstour von Eraclea Minoa ins Wasser fällt. Gegen 10 Uhr läßt der Regen etwas nach und wir fahren nach Seccagrande zum Campingplatz Kamemi, wo es angeblich Gas geben soll. Auf Nachfrage beim freundlichen Platzwart, erfahren wir, dass die nächste Gasfüllstation in Agrigento ist. Zurück fahren wollen wir nicht, denn es sind hin und retour doch rund 80 km. Der Campingplatz Kamemi hat uns sehr gefallen. Er liegt zwar nicht direkt am Meer, hat jedoch tolle Annehmlichkeiten, besonders für Überwinterer. Lt. Auskunft sind kleine Hunde im Winter erlaubt!

Nach diesem kleinen Ausflug fahren wir zurück nach Eraclea Minoa. Das Wetter hat sich gebessert und wir können nun am Nachmittag die Ausgrabungen bestaunen.
Mit 4€/Person ist der Eintritt auch günstig. Momentan sind wir die einzigen Touristen und so können unser beiden Fellnasen nach herzenslust ohne Leine frei laufen. Mit dem sehr freundlichen Aufsichtspersonal wechseln wir einige nette Worte. Der doch recht kräftige Wind kühlt uns etwas aus und beim WoMo müssen wir unsere Schuhe vom Lehm reinwaschen, in den wir voll hinein getappt sind.
Samstag 11.2.2012
Noch ist es trocken. Um 9 Uhr fahren wir weiter. In Ribera beim Lidl füllen wir unsere Vorräte auf. Ebenso wird etwas Diesel bei einer Tankstelle nachgefüllt. Bei den derzeitigen Preisen von meistens über 1,70 € muss man dann dort tanken wo es günstigster ist.
Kaum sind wir mit dem Einkauf beim Auto, fängt es wieder zu regnen an.

Beim Lido Fiori - ein gutes Stück nach Sciacca - konnten wir leider nicht bleiben, da hier 5 große freilaufende Hunde ihr Unwesen trieben. So noch ein paar km weiter nach Porto Palo, wo wir Mittag machen und auch direkt am Lungomare übernachten werden. Es stehen hier schon 5 WoMo´s und deshalb stellen wir uns 200m weiter neben ein geschlossenes Hotel.
Normalerweise ist hier am ganzen Lungomare WoMo-Parkverbot, aber im Winter wird das anscheinend toleriert.

Ein älterer Herr mit einem 3Rad-Moped spricht uns an und ist sehr erfreut, dass er seine Deutschkenntnisse wieder mal anbringen kann.

Ansonsten ist heute ausgesprochenes “Hundewetter.
Sonntag 12.2.2012
Heute morgen um 7.15 Uhr mache ich noch einige Bilder vom Lungomare in Porto Palo!
Um 9.15 Uhr verlassen wir dieses einsame Fleckchen Siziliens.
Diesmal kein Sonnenuntergang, sondern ein Sonnenaufgang!


Weiter fahren wir Richtung Selinunte und kommen hier 9.45 Uhr an. Der Himmel zieht wieder mal zu und wir beschließen den Tag an einem ruhigen Plätzchen zu verschlafen ;-). Morgen hoffen wir für die Besichtigung von Selinunte auf besseres Wetter. Wir haben ja noch Zeit.

15 km weiter, On The Road, finden wir in einem Sommerdörfchen Namens Triscina einen Ü-Platz direkt am Meer.
Der Himmel weint und erst am Nachmittag lacht uns mit Unterbrechungen, etwas die Sonne entgegen.
Am kilometerlangen Strand wandern wir mit unseren Fellnasen entlang und bestaunen die meistens sehr schlecht erhaltenen Sommenhäuser.  Nur wenige sind gut im Schuss. Ansonsten sind die meisten sehr heruntergekommen.
Direkt neben unserem Platz ist ein anscheinend privates Camp, das zwar geschlossen aber dafür aber auch sehr eng erscheint.
Während ich dies hier zusammenstelle, fängt es wieder zu Regnen an, kleine Hagelkörner mischen sich in den Regen aber bald darauf blitzt die Sonne wieder hervor.
Montag 13.2.2012
Wir beobachten das Wetter und entschließen uns nun nach Selinunte zu fahren.
Die Besichtigung könnte den ganzen Tag dauern, da unsere Navigatorin aber noch immer einen schlimmen Fuß hat, beschränken wir uns auf einen Rundgang von zwei Stunden. So viele große Steinblöcke sind sehr beindruckend. Die Säulen haben einen Durchmesser von ca. 2 Metern, einfach gigantisch. Die Bilder sollen für sich selber sprechen.

Wer mehr über Selinunte wissen möchte: https://de.wikipedia.org/wiki/Selinunt
Nach den geplanten 2 Stunden führt uns der Weg weiter nach Rocce di Cusa, das wir gegen Mittag erreichen.
In diesem Steinbruch wurden die monumentalen Säulen für Seliunte gebrochen.
Wer mehr über Rocce di Cusa wissen möchte: https://de.wikipedia.org/wiki/Selinunt#Rocche_di_Cusa
Am Bild kommt das nicht so raus, die Säulen haben so an die 2 Meter Durchmesser !!
Zum Füllen unserer Gasflasche müssen wir nach Castelvetrano in die Via Partanna zum Gas-Point (Gastankstelle) fahren.
GPS: N 37° 41,111 E 12° 49,418

Das sind ca. 3 km die Via Partanna stadtauswärts.
Wichtig ist ein Adapter für Italien.

Abends erreichen wir den Leuchtturm in “Granitola-Torretta” Hier verbringen wir eine sehr regnerische aber ansonsten ruhige Nacht.
Dienstag 14.2.2012
Wir düsen Richtung Marsalla über Mazara del Fallo entlang der Küstenstraße.
Foto: Hafen in Mazara
Immer entlang der Küste fahrend, treffen wir wieder mal auf eine Schafherde.
Zum Einkaufen müssen wir nach Marsala fahren, eine Großstadt mit sehr viel Verkehr.
Nach Marsala sehen wir bei eine kleinen Pause noch die Salinen mit ihren Windwühlen. Das gewonnenen Meersalz wir hier mit Dachziegeln abgedeckt, damit der Regen das Salz nicht wieder weg schmemmt.
Der Weg führt uns vorbei an Trapani und nun klettert unser LT hoch hinauf auf den fast 600m hohen Kalksteinfelsen mit der alten Stadt Erice. Der Ort wurde immer wieder restauriert und zeigt uns eine schöne in Dreiecksform gebaute alte Stadt. Beim Hochfahren sehen wir schon, dass es hier in der vergangenen Nacht geschneit hat.
Die Wege in der Altstadt sind noch bedeckt mit Schneematsch, sodass wir etwas nasse Füße bekommen. Unserer Luna gefällt es, sie sieht zum ersten mal Schnee. Wir besichtigen das ehemalige Normannenkastell und wandern durch die oft sehr engen Gassen von Erice, an Kirchen vorbei zurück zu unserem Auto.
Nun haben wir also die Nordküste Siziliens erreicht und hier ist es an der Küste sehr felsig. Die Straßen machen oft große Umwege in das Landesinnere um den nächsten Küstenort zu erreichen.
In San Vito do Capo wollen wir uns einen angeblich sehr schönen Campingplatz ansehen. Wir sind enttäuscht, denn für den Winter wollen wir sicher nicht nur unter Bäumen stehen. Also machen wir nur V/E und Übernachten auf einem Parkplatz beim Friedhof.
Mittwoch 15.2 2012
Wir rollen die ganze Strecke von San Vito do Capo wieder zurück bis kurz vor Trapani und dann in Richtung Monreale.
Wir klettern auf 670m hoch und haben hier nun wieder Schnee. Aber bei 6 Grad ist es immer noch nicht so kalt wie in Kärnten.
Nach 2 Stunden Fahrzeit durch die verschneiten Berge, erreichen wir Monreale, stellen uns auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz und wollen uns hier den im Jahre 1172 erbauten Dom ansehen. Die über 6000m² großen Mosaike auf goldenem Grund sind eine imposante Sehenswürdigkeit. Sie zeigen Ausschnitte aus dem alten Testament und dem Leben Christi.
Wer mehr wissen möchte: https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Monreale
Kaum sind wir raus aus dem Dom, fängt es wieder zu Regnen an und die weitere Besichtigung des Ortes fällt also ins Wasser.

Das Navi führ uns durch die Randgebiete von Palermo und auch wieder mal an der Nase herum.
Letztendlich landen wir auf einem Ü-Platz direkt am Meer bei Lascari, wo es dann nicht mehr weit ist bis Cefalú, unser nächtes Ziel.
Donnerstag 16.2.2012
Eine Pause ist notwendig und wir bleiben hier an diesem einsamen Fleckchen zwei Nächte stehen.
Ansonsten gibt es hier rein Garnichts - nur Ruhe und das rauschen der Meereswellen. 
Freitag 17.2.2012
Endlich, das Warten hat sich gelohnt. Beim Aufwachen schauen wir in einen strahlend blauen Himmel.
Nach dem Frühstück geht es los Richtung Cefalu. Obwohl ich von der Nordküste nicht besonders begeistert bin, macht Cefalu mit seiner Altstadt, dem Lungomare und besonders der “Rocca di Cefalu”, für mich vieles wieder gut.
Gleich am Lungomare finden wir einen bewachten Parkplatz um 10€ für 24 Stunden.
Auch Frischwasser kann ich hier nachfüllen.
Gleich als erstes nehmen wir den “Rocca di Cefalu” in Angriff. Mit unseren Fellnasen “besteigen” wir den Hausberg von Cefalu. Hier finden wir einen Verteidigungswall aus byzantinischer Zeit, sowie die Ruinen eines Tempels der “Diana” und auf dem Gipfel die Ruinen einer Normannenburg.

Diesen Berg wollen wir nun erklimmen.
Am Beginn des Aufstiegs mit geschätzten 600 Stufen sind wir noch recht flott unterwegs. Bald jedoch wird es immer wärmer und wir immer langsamer.
Bei den Ruinen der Kirche S.Anna warten der Käpt´n und die Hunde auf die Navigatorin, die die Bergspitze mit dem Normannenkastell erklettert.
Gegen Mittag sind wir wieder beim Womo und machen ausgiebig Siesta.
Um 16 Uhr schlüpfen wir wieder in unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg durch die engen Straßen der Altstadt zum “Duomo” aus der Normannenzeit (1131). Die Fellnasen sind noch recht müde von der Kletterei und so gehen wir diesmal alleine in die Altstadt.
Ein gewaltiges sakrales Bauwerk in einer doch recht kleinen Stadt. Nach rund 1 Stunde begrüßen uns unsere Fellnasen, als ob wir 3 Tage weg gewesen wären. Vom vielen Laufen, sind wir heute rechtschaffen müde und fallen recht bald in unsere Betten.
Samstag 18.2.2012
Am Morgen um 5 Uhr wird es etwas laut. Wir ziehen uns aber nochmal die Decken über die Ohren und stehen erst um 6.30 Uhr auf. Nun sehen wir was da los ist. Es ist Markt am Lungomare, direkt vor unserer Nase. Nach dem Frühstück wandern wir durch die Reihen der Stände, wo wirklich fast alles zu bekommen ist. Vom Fleisch, Käse über Schuhe und Kleidung ist zu günstigen Preisen vieles zu erstehen. Einen köstlichen alten, sehr kräftigen Käse kaufen wir ein und freuen uns schon auf den abendlichen Genuss.
Entlang der Küstenstraße fahren wir gemütlich die kurvenreiche Strecke Richtung Messina. Unterwegs füllen wir bei einem Eurospar nach Santo Stefano unsere Vorräte auf. Unter anderem kaufen wir um 6€ ein ganzes gebratenes Huhn und der Duft im Auto verführt uns schon um 11.30 Uhr dazu, einen Platz in der Nähe von Caronia an der Küste zu suchen. Für 2-3 kleine Womo, wegen der engen Zufahrt, ist hier an einen tollen Strand Platz und so beschließen wir gleich hier zu übernachten. Wir bleiben dann zwei Nächte. Auch hier gibt es nichts, wie vor Cefalu, nur Ruhe und ein Pferd, dass uns anscheinend mit einer Glocke um den Hals besuchen kommt.
Am Sonntag kommen früh einige Fischer und hoffen auf ein Mittagessen.
Die zwei Tage bringen viel Ruhe, Sonne und einen tierischen Besuch mit Glöckchen um den Hals.
Am Sonntag Morgen kommen um 5 Uhr schon die Fischer und bleiben bis Mittag.

Beim Nachmittagsspaziergang, sehen wir wie sooft auf Sizilien eine Stadt hoch auf einem Berggipfel gebaut.
Montag 20.2.2012
Wir machen eine kleiner Rundreise mit dem Ziel Messina. Der Weg führt uns an das Cap von Milazzo. Bei der Rückfahrt fahren wir vorbei an einem wuchtigen Normannenkastell und finden uns wieder an einem kilometerlangen Sandstrand.
Der lange Strand verlockt uns natürlich hier ein Ü-Plätzchen zu finden. Aber wir sind geschockt. Kilometerweit finden wir nur vermüllten Sand. Der ganze Strand ist nicht nur vom Meer her verschmutzt, sondern wird anscheinend in seiner ganzen Länge als nächtlicher Treffpunkt genützt und die Hinterlassenschaften sind absolut unangenehm, sodass wir entnervt weiterfahren.
Immer entlang der Küstenstraße, durch viele kleine Orte fahrend, merkt man am stark zunehmendem Verkehr, dass wir uns Messina nähern. Die Orte liegen alle direkt am Meer, aber ein Zugang ist fast nirgends möglich. Die Straßen sind sehr eng und die Privathäuser stehen oft direkt am Wasser.
Unser letzte Hoffnung ist der Campingplatz in “Torre Faro”, der angeblich auch im Winter offen ist. Aber leider, wieder mal zu ! So finden wir endlich beim großen Funkturm am Fischerhafen auf Sand ein recht angenehmes Plätzchen mit Blick auf das Festland.