Kärnten 2014 - wandern in der Schütt
3. Juni 2014 Dienstag
Heute Morgen packen wir unsere Siebensachen und fahren entlang des Wörthersees Richtung Villach.
Bei der AB-Abfahrt Warmbad biegen wir ab nach Schütt-Ferderaun.
Ein Wandertag ist angesagt. Auf der Südseite des Villacher Hausberges, dem Dobratsch gibt es "Die Schütt".
Das ist ein riesiger Felsabbruch. Innerhalb diese Abbruches gibt es einen herrlichen Wanderweg, der uns heute begleiten wird.

Eine gute Stunde Fußmarsch durch schattigen Wald, immer an der Gail entlang, vorbei an herrlichen Wiesen, bringt uns der Weg bis zur Almwirtschaft.
Wer mehr wissen möchte:  http://www.schuett.at

Almwirtschaft - Schütt
http://www.lisis-almwirtschaftschuett.at
http://www.naturparkdobratsch.info

Der Dobratsch war mindestens zweimal Schauplatz eines großen Bergsturzes:

In prähistorischer Zeit stürzten etwa 900 Mio. m³ Gesteinsmassen von der südöstlichen Flanke des Berges in das Gailtal. Dort bedecken sie eine Fläche von etwa 24 km².

Am 25. Jänner 1348 stürzten an der gleichen Stelle, ausgelöst durch ein Erdbeben in Friaul, etwa 150 Mio. m³ ins Tal und verschütteten der Legende nach 17 Dörfer.

Durch den Rückstau der Gail, der einen etwa drei Kilometer langen See entstehen ließ, mussten allerdings zwei Dörfer aufgegeben werden. Die letzten Reste des Sees verschwanden erst im 18. Jahrhundert. Dieser Bergsturz ist vermutlich auch durch das feuchte Wetter im Jahr davor und den schneereichen Winter unterstützt worden. Durch die große Feuchtigkeit wurde das Material gelockert, sodass das Erdbeben als Auslöser der Katastrophe diente.

Das Abbruchgebiet am Berg ist heute als Rote Wand bekannt; das Ablagerungsgebiet trägt den Namen Die Schütt und steht unter Naturschutz.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dobratsch
Start unserer heutigen Wanderung ist am Parkplatz neben dem Feuerwehrhaus.
Nach wenigen hundert Metern endet die asphaltierte Straße. Ein breiter Schotterweg führt uns gleich in den Schatten unter den Bäumen. Hier ist es mit dem Laibchen alleine fast zu kühl.
Wir geben aber ein wenig Gas und so wird es gleich wieder etwas wärmer.
Der Abbruch ist ein Naturschutzgebiet und wir bewundern die wunderschöne Flora.
Immer entlang der Gail genießen wir die Einsamkeit und die Stille. Luna muss natürlich auch baden gehen.
Das Wehr wurde im Jahr 1903 errichtet. Es ist heute noch in Betrieb. Nach der Errichtung einer Fischtreppe  wurden binnen kurzer Zeit sieben verschieden Fischarten gesichtet. Darunter Bachforellen, Äschen und auch ein 1 Meter langer Waller.
Feuchtwiesen und Biotope haben dazu beigetragen, dass sich die Flora und Fauna hier wieder natürlich entwickeln kann.
Endlich, nach mehr als einer Stunde erreichen wir die gerade geöffnete Almwirtschaft-Schütt.
Ein guter Most und ein Salamibrot stärken die Wanderer.
Am Wochenende gibt es hier auch warme Küche und es sind viele Wanderer und Radfahrer die sich hier eine Rast gönnen.
Nach einer halben Stunde Pause "walken" wir zurück zum Parkplatz.
Unterwegs werden wir von einigen Regenwolken  beträufelt und schaffen die 7 Kilometer in 50 Minuten.
Kaum sind wir am Parkplatz angekommen hört auch das Wasser von oben wieder auf - das Wetter ;-))

Ein Hinweisschild "Gladiolenwiese" motiviert uns nochmal die paar Minuten hin zu gehen.
Und es hat sich ausgezahlt - herrliche wechselfeuchte Blumenwiesen mit vielen bunten Blumen lassen unser Augen glänzen.

Diese Wiesen wurden 2001 in das Projekt "Natura 2000" aufgenommen um die seltene Illyrische Gladiole zu schützen.
Die Illyrische Gladiole
Das Klein-Mädesüß
Der Schlauch-Enzian
Eine Orchideenart
Das Wollgras
Grasschwertlilie
Zum Abschied von der Schütt und der Gladiolenwiese ein "Knabenkraut" und ein Blick auf die Ortskirche.
Wir waren insgesamt 2,5 Stunden unterwegs. Mit einer halben Stunde Pause bei der Almwirtschaft sind wir rund 14 km gelaufen. Nicht nur wir sind etwas müde, auch unsere Fellnase Luna hat für heute genug.
Wenn das Wetter etwas beständiger ist, wollen wir hinauf auf den Dobratsch.
Ein tolles Wandergebiet für einen Tagesausflug - dann gibt es auch wieder neue Bilder.